Performing Post/Trans/Techno/Queer:

Pluralisierung als Selbst- und Machttechnologie | Jutta Weber | 2004

Was bedeutet die Pluralisierung von geschlechtlichen und sexuellen Subjektivierungs-formen zum Zeitpunkt neoliberaler Umstrukturierungen? Worin liegt das neue – und doch aus der Philosophie altbekannte – Versprechen der Überschreitung, Verunein-deutigung oder Vervielfältigung von Kategorien im Fall der Kategorie Geschlecht und des sexuellen Begehrens? Wie ist die Veruneindeutigung von Geschlecht und sexuellen Identitäten mit Entwicklungen im Bereich der medizinischen, der Bio- und Informationstechnologien verknüpft? Warum wird Performanz von Geschlecht bzw. generell von Identität so ein wichtiger Topos am Ende des 20. und zu Beginn des 21. Jahrhunderts? Der folgende Beitrag versteht sich als ein erster Versuch über queer und transgender als gesellschaftliche Subjektivierungsweisen auch an der Schnittstelle von Performanz und Sozialem, im Kontext von Neoliberalismus und neuen Technologien nachzudenken.
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Heute ist post- und transgender in aller Munde. Cyborgs, queers und post-/trans- und intersexes gelten zumindest in der theoretischen Debatte als Vorreiter alternativer Lebensmöglichkeiten und sind häufig in Befreiungsvisionen und -mythologien ein-gebunden. Anatomie scheint nicht mehr Schicksal zu sein – auf jeden Fall erscheint sie nun vielfältiger als zuvor. Mehrheitlich gilt die Geschlechterdifferenz als sozial und kulturell konstituiert und der Hegemonie der Heteronormativität geschuldet. Feministi-sche wie Queer Theory träumen davon, (Geschlechts-)Identäten, sexuelle Orientierungen und damit verbundene Subjektivierungsformen, die zutiefst in Machtstrukturen verankert sind, zu verqueren und zu unterwandern.1 Doch was bedeutet es, wenn Sub-jektivierungsformen, Geschlechtsidentitäten und sexuelle Orientierung als eine Frage der Wahl bzw. als mach- und modellierbar erscheinen?
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Erschienen in:
Caroline Rosenthal / Therese Frey Steffen / Anke Vaeth (Hg.):
Gender Studies: Standorte – Zukunftsräume. Königshausen & Neumann 2004, S. 111-121

Den kompletten Text gibt es hier als pdf :
Jutta Weber: Performing Queer